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Inserat und Artikel für Ihre Gemeindezeitung

Informieren Sie Ihre Bevölkerung über das Herbizidverbot und werben Sie für das giftlose Gärtnern!

Dieses Inserat und die drei Artikel mit Bildern stehen Ihnen zur freien Verfügung, zum Beispiel für die Verwendung in Ihrer Gemeindezeitung.

- Inserat Herbizidverbot

- Artikel «Herbizide - verboten aus gutem Grund»

- Artikel «Giftlos gärtnern» über den Nutzen der Nützlinge

- Artikel «Mut zur kleinen Wildnis» über die Vorzüge der Wildpflanzen


Herbizide - verboten aus gutem Grund

Auch für Private verboten: Herbizide (Bild anklicken zum Herunterladen in Druckqualität)

Ungeplante Wildkräuter – «Unkraut» im Volksmund – können ein Ärgernis sein. Manch einer würde sie vielleicht am liebsten wegspritzen. Doch Unkrautvertilgungsmittel sind giftig! Ein Verzicht lohnt sich.

Spriessen Pflanzen auf Kieswegen oder zwischen Steinplatten, liegt der Griff zu einem Herbizid (Unkrautvertilgungsmittel) nahe. Herbizide sind jedoch gemäss Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung 814.81, Anhang 2.5 auf folgenden Flächen verboten:

Auf und an allen Strassen und Wegen (inkl. Randsteine, Trottoirs, Strassendolen, Regenabläufe, Plattenwege) sowie auf Böschungen und Grünstreifen entlang von Strassen und Gleisanlagen.

Auf allen Plätzen (Parkplätze, Lagerplätze, Kopfsteinpflaster, Rasengittersteine, Verbundsteine, Hartbeläge, Kies- und Mergelflächen).

Auf Dächern und Terrassen (Flachdächer und begrünte Flachdächer, Kiesdächer, Terrassen, Fassaden).

Grund dafür ist, dass die Mittel von diesen Flächen sehr schnell abfliessen und ins Grundwasser versickern oder über die Kanalisation in unsere Seen, Flüsse und Bäche gelangen. Dort schädigen sie Pflanzen und Tiere und gefährden über das Trinkwasser auch den Menschen. Bereits wenige Tropfen belasten tausende Liter Wasser. Jede unsachgemässe Anwendung und Lagerung der giftigen Substanzen stellt daher eine Gefahr für Gesundheit und Umwelt dar.

Tipps, wie man auch ohne Chemie mit Wildkräutern auf Wegen und Plätzen sowie auf Dächern und Terrassen umgehen kann:

Vorbeugen:

  • Ein kräftiger Besen beugt vor: Regelmässiges Wischen entfernt Humus und Samen und verhindert das Keimen von Pflanzen.
  • Kiesbeläge vorbeugend rechen und regelmässig jäten, bei starker Verschmutzung waschen oder ersetzen.
  • Schotterrasen oder Rasengittersteine erleichtern die Pflege von Wegen und Plätzen. Ein bis zwei Mal Mähen pro Jahr genügt. Zudem versickert das Regenwasser im Boden, und die Kanalisation wird entlastet.
  • Dort wo kein Bewuchs toleriert werden kann, eng gefugte Platten verwenden und die Fugen eventuell mit Mörtel statt Sand füllen.

Tolerieren:

  • Moose in Pflasterfugen auf wenig genutzten Flächen kann man ruhig gewähren lassen, sie sind harmlos.
  • Nicht jedes ungeplante Kraut ist störend, im Gegenteil: Wildblumen und Gräser am Wegrand oder im Garten sind eine Bereicherung für Auge und Natur. Sie bieten Nahrung und Schutz für Kleinlebewesen wie Schmetterlinge, Käfer und Wildbienen.

Regulieren:

  • Jäten ist die effektivste Methode! Je kleiner die Pflanze, desto geringer der Widerstand beim Ausreissen. Fugenkratzer, Wurzelstecher und Hacke erleichtern die Arbeit.
  • Wenn Pfahlwurzeln (Löwenzahn) oder unterirdische Läufer (Ackerkratzdistel, Ackerwinde) schwer zugänglich sind, hilft es, die grünen, oberirdischen Teile regelmässig zu entfernen. Dadurch wird das Wachstum der Pflanze unterbrochen.
  • Thermische Methoden und Hochdruckreiniger verbrauchen viel Energie beziehungsweise Wasser. Sie sind deshalb nur sparsam einzusetzen.
  • Den Boden im Ziergarten mit dominanten Sorten bepflanzen. Wählen Sie einheimische Pflanzen, wie zum Beispiel Habichtskraut, Veilchen, Wald-Erdbeeren und Heide-Nelke oder für sehr sonnige Standorte immergrünen Mauerpfeffer oder Bodendeckerrosen.
  • Auf den Wegen zwischen den Gartenbeeten unterdrückt Rindenmulch oder Sägemehl den Unkrautwuchs.

Trotz dem Verbot können Herbizide im Handel frei erworben werden. Dies, weil sie nicht generell verboten sind, sondern ihr Einsatz auf Flächen mit unbefestigtem, humusreichem Unterbau wie Rasenflächen und Gartenbeete erlaubt ist. Wer auf den Zugelassenen Flächen trotz der negativen Auswirkungen Herbizide einsetzen will, sollte unbedingt folgende Regeln einhalten:

  • Nur so viel Spritzbrühe (Gebrauchslösung des Herbizids) anmischen, wie gerade benötigt wird. So kann verhindert werden, dass Reste anfallen. Falls doch Reste übrigbleiben, diese auf einer mit Humus bedeckten Fläche ausbringen.
  • Herbizide nie in die Kanalisation, das Lavabo oder WC schütten oder in den Hauskehricht geben. Herbizidreste sind Sonderabfälle und müssen zurück zur Verkaufsstelle oder zur örtlichen Sammelstelle für Sonderabfälle gebracht werden. Die Gemeinden geben Auskunft, wann und wo Sonderabfälle gesammelt werden.

Das Optimum für Mensch und Umwelt bleibt jedoch der Verzicht auf Herbizide auch auf dafür zugelassenen Flächen und eine tolerante Einstellung gegenüber der natürlichen Pflanzenvielfalt.

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Giftlos gärtnern

Ein Nützling mit grossem Appetit auf Läuse (Anklicken für Bild in Druckqualität)

In einem vielseitigen Garten gedeihen Pflanzen ohne chemische Hilfsmittel. Das Geheimnis liegt im natürlichen Gleichgewicht von Nützlingen und Schädlingen.

Die Gartengestaltung ist ein Ausdruck der Persönlichkeit. Die einen mögen sie geometrisch und schlicht, andere üppig und blumig, die dritten wild-romantisch. Um Gartenträume zu erfüllen, greifen viele Hobbygärtner zu Chemikalien. Insektizide, Fungizide, Herbizide – das Angebot im Gartencenter ist gross. Doch das Spritzen von chemischen Stoffen birgt Risiken für den Garten und für seine Benutzer. Zum einen besteht die unmittelbare Gefahr, dass Giftstoffe über die Haut oder über die Lunge die eigene Gesundheit belasten. Zum andern nimmt auch die Natur Schaden: Pflanzenschutzmittel sind nicht nur für die Schädlinge giftig, sie ziehen viele weitere Lebewesen in Mitleidenschaft. Wichtige Insekten wie die Bienen werden durch die Gifte geschwächt, welche in synthetischen Mitteln gegen Läuse, Dickmaulrüssler, weisse Fliegen und Buchsbaumzünsler vorhanden sind.

Viel gesünder ist es, im Garten ein natürliches Gleichgewicht zu fördern. Je grösser die Vielfalt an Blumen, Sträuchern und Bäumen im Garten ist, desto wohler fühlen sich Nützlinge. Diese sorgen auf natürliche Weise dafür, dass Schädlinge nicht zur Plage werden. Wenn sich beispielsweise die Blattläuse stark vermehren, wächst kurz darauf auch die Zahl der Flor- und Schwebfliegen, welche die Blattläuse fressen.

 Voraussetzung für gesunde Pflanzen sind ein passender Standort und ein ausgeglichener Nährstoffhaushalt des Bodens. Ausgelaugten Böden kann mit der Beigabe von reifem Kompost oder Naturdüngern frisches Leben eingehaucht werden. Pflanzenaufgüsse stärken Pflanzen in ihrer eigenen Abwehrkraft. Bei der Königin des Gartens, der Rose, lohnt es sich, von Anfang an der Sortenwahl besondere Beachtung zu schenken. Robuste Rosensorten erfreuen uns mit kraftvollen Blüten ohne eine aufwändige Behandlung mit Spritzmitteln zu erfordern. Im Gemüsegarten gedeihen Pflanzen dank kluger Nachbarschaftshilfe: Die guten Nachbarn unter den Pflanzen unterstützen einander, indem sie zum Beispiel für die richtigen Nährstoffe sorgen oder Schädlinge fernhalten. So begünstigen sich Zwiebeln und Erdbeeren, Karotten oder Kopfsalat gegenseitig. Kapuzinerkresse unter Bäumen hält Läuse fern und Basilikum schützt Tomaten gegen Mehltau. Ein ideal durchmischter Garten wirkt abwechslungsreich und ist erst noch widerstandsfähig. Merkblätter zum Thema «Gute Nachbarschaft» finden Sie unter www.giftlos.ch.

Heisshungrige Nützlinge

Nehmen die Schädlinge trotz umsichtiger Gartenpflege überhand, lassen sie sich mit im Handel erhältlichen Nützlingen oder Bakterien in Schach halten. Gegen den Buchsbaumzünsler beispielsweise, welcher letztes Jahr viele Buchs-Hecken zum Verdorren brachte, ist das Bakterium namens „Bacillus thuringiensis“ wirkungsvoller als Chemie. Das Bakterium befällt die Raupen, ohne andere Nützlinge zu schädigen. Die Bienen freut’s!

Den Blattläusen, welche zu den bekanntesten Schädlingen gehören, kann mit den Larven des einheimischen Zweipunkt-Marienkäfers Adalia bipunctata  zu Leibe gerückt werden. Adalia-Larven wie auch die ausgewachsenen Käfer sind fleissige Blattlausjäger, welche bis zu 100 Läuse pro Tag verzehren können. Fehlen sie an einem Standort, können sie im Handel bezogen werden. Auch die Larven des gefürchteten Dickmaulrüsslers lassen sich biologisch bekämpfen, und zwar mit Meginem Nematoden (Heterorhabditis bacteriophora), welche auch Fadenwürmer oder Älchen genannt werden. Diese suchen im Boden aktiv nach Dickmaulrüsslerlarven, befallen diese und bringen sie innert kürzester Zeit zum Absterben. Wenn die Nematoden keine Larven mehr finden, sterben sie ab. Die Nematoden können ganz einfach mit der Giesskanne über den zu behandelnden Wurzelbereich ausgebracht werden. Die Liste der Nützlinge könnte noch unendlich weiter geführt werden. Wieso also nicht einfach die Natur arbeiten lassen, anstatt die Chemiekeule zu schwenken?

Wer in seinem Garten auch Wildblumen blühen lässt, macht sich nicht immer Freunde. Wehe, wenn die Samen der wilden Kräuter im Garten des Nachbarn Fuss fassen! Zur Rettung des Garten-Friedens will manch einer in Zeitnot zum Unkrautvernichtungsmittel greifen – aber Achtung: Das Spritzen von Herbiziden ist auf Strassen, Wegen, Plätzen und Terrassen verboten, denn besonders von Flächen ohne Humus schwemmt der Regen die Chemikalien direkt in Gewässer und Grundwasser. Da gibt es schönere Wege, die Nachbarschaft zu pflegen: Besser, wir jäten, wo wir können, und reichen ab und zu eine Blume oder eine frisch geerntete Karotte über den Gartenzaun. Vielleicht ist ja gar nicht jedes ungeplante Kraut ein Unkraut.

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Vorsicht, giftig!

Die Wirkstoffe von Chemikalien, die wir täglich in Haus und Garten verwenden, sind unsichtbar, aber nicht ungefährlich. Die Gifte können direkt beim Anwender zu Allergien oder gar zu Vergiftungen führen oder über Umwege Wasser, Luft und Boden belasten. Die Stiftung Praktischer Umweltschutz Schweiz Pusch zeigt im Rahmen der nationalen Kampagne «Stopp den Giftzwerg», wie es ohne Gift geht. Tipps, wie Sie in Haus und Garten auf unnötige Chemikalien verzichten können, erhalten Sie unter: www.giftlos.ch

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Mut zur kleinen Wildnis

Wildblumen bereichern den Garten. (Anklicken für Bild in Druckqualität)

Die Wildkräuter erobern sich Gärten, Wegränder und die Herzen der Menschen zurück. Immer öfter wird der kleinen Wildnis im Quartier mit Toleranz begegnet und naturnahe Gärten kommen in Mode. Löwenzahn, Salbei und Co. gelten nicht mehr als Unkraut, sondern werden als eine Abwechslung für das Auge und als Lebensgrundlage einer Vielzahl von Kleintieren wie Faltern, Käfern und Vögel geschätzt. Ein Sinneswandel, der nicht nur die Natur, sondern auch das Gärtnern beflügelt.

 «Mut zur Wildnis» wird seit vielen Jahren propagiert, wenn es um die Bewahrung von grossen Flächen ursprünglicher Natur geht. Wildnis zuzulassen, ist Voraussetzung für das Überleben vieler Pflanzen- und Tierarten, die zur Stabilität des ökologischen Netzwerks beitragenzu dem auch der Mensch gehört. Dies gilt nicht nur im Grossen für Nationalparks, sondern auch im Kleinen, zum Beispiel in den Gärten der Siedlungsräume. Wenn Wildkräuter in Gärten wieder eine Heimat finden dürfen, fördert das die Artenvielfalt der Pflanzen und der von diesen lebenden Tieren, wie zum Beispiel Bienen, Hummeln oder Schmetterlinge. Unsere Gartenzierpflanzen wurden über viele Jahre hin auf möglichst grosse, auffällige Blüten hin kultiviert. Andere Eigenschaften, zum Beispiel die Widerstandsfähigkeit gegenüber Pflanzenkrankheiten oder der Nektargehalt der Blüten, gingen bei den Züchtungen oft verloren. Daher bieten Zierpflanzen den nektarsaugenden Insekten weniger Nahrung als Wildblumen. Wo eine Vielfalt blühender Wildkräuter im Garten gedeihen darf, tummeln sich mehr Käfer und Insekten. Und wo mehr von diesen Primärnutzern der Pflanzen Lebensraum finden, da halten sich auch gerne Tierarten auf, welchen diese Insekten wiederum gut schmecken, an erster Stelle aus unserer einheimischen Vogelwelt.

Wilde Küche

Aber es lohnt sich auch aus anderen Gründen, Wildkräuter im eigenen Garten willkommen zu heissen und nicht als Unkräuter zu betrachten und zu bekämpfen. Allein schon der Anblick einer Wildblumenwiese im Vergleich zu einem englischen Rasen erfreut jede Gartenliebhaberin und jeden Blumenfreund, der Farben- und Formenvielfalt von Blüten und Blättern zu schätzen weiss. Viele Wildkräuter lassen sich zudem für die Küche bzw. die Hausapotheke nutzen. Wer einmal einen Tee aus frisch gepflückter Ackerminze genossen hat, wird diesen einem Teebeutel Pfefferminze aus dem Supermarkt gegenüber bevorzugen. Löwenzahn macht sich mit seinen leuchtend gelben Blüten nicht nur hübsch auf der Wiese vor der Terrasse und schmeckt als Salat, sondern kann zum Beispiel auch zur Heilung von Hautekzemen eingesetzt werden. Vogelmiere, Schachtelhalm, Brennessel und viele andere Wildpflanzen finden in Küche und Apotheke wegen ihren heilsamen Wirkungen Verwendung.

Entspannt Gärtnern

Wildkräuter zuzulassen, bedeutet neben all dem auch, das schöne Hobby Gartenpflege entspannter zu betreiben. Anstatt ab Frühjahr alle vierzehn Tage den schmucklosen Rasen mit einem laut ratternden, Energie verbrauchenden Rasenmäher wieder auf vier Zentimeter zu stutzen, Freizeitgärtner mit Mut zur Wildnis auf der Terrassenliege die Sonne geniessen und den Blick über die bunte Vielfalt der Wildkräuter schweifen lassen, welche erst ab Ende Juni zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem Rasenmäher machen sollten.

Mehr zum Thema Wildkräuter: www.giftlos.ch => Wundertüte Unkraut

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Merkblatt

Merkblatt zum Herbizidverbot
Tipps, wie Sie auch ohne Gift mit unerwünschten Wildpflanzen zurechtkommen.
> Link

 

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