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Zeitungsartikel-Vorlage: Giftig schöne Fassaden

Moderne Fassadenfarben enthalten oft Biozide. Das ist nicht nötig. Für schöne Fassaden ohne Gift plädiert der untenstehende Artikel.

Text und Bildmaterial stehen Ihnen zur freien Verfügung, zum Beispiel für die Verwendung in Ihrer Gemeindezeitung.

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Link zum Bildvorschlag (Fotalia)

Giftig schöne Fassaden


Der Umwelt zuliebe wird Energieeffizienz bei Gebäuden heute gross geschrieben. Die Wärmedämmung bildet dabei das Herzstück. Zur Fassadensanierung gehört jedoch auch das Verputzen und Streichen – und genau dort hört der Umweltschutz oft auf und die Giftküche beginnt zu brodeln.

Nach dem Umbau eines Altbaus ist es die frisch gestrichene Fassade, die als erstes alle Blicke auf sich zieht. Sie trägt den Stolz des Hausbesitzers nach aussen und heimst das Lob oder den Neid der Nachbarn ein. Selbstverständlich sind Pilz- und Algenwuchs auf der Fassade denkbar unerwünscht. Doch ausgerechnet auf gut gedämmten Mauern gedeihen die Mikroorganismen besonders gut. Dank der Dämmung bleibt die Aussenwand kühl. Es bildet sich Kondenswasser, das für Algen und Pilze eine optimale Umgebung bietet.

Meist stellt der Pilz- und Algenbefall kein Risiko für das Gebäude dar. Ohne Massnahmen gegen den Befall treten Schäden im Untergrund erst nach vielen Jahren auf. Trotzdem haften Bauunternehmer bereits für den vorerst rein optischen Mangel. Die Lösung für das Problem wurde zunächst in der chemischen Zusammensetzung der Farben gesucht: Zur Vermeidung von Pilz- und Algenwuchs enthalten Putze und Farben heute standardmässig sogenannte Biozide. Diese haben eine tödliche Wirkung auf Pilze und Algen. Doch um zu wirken, müssen die Stoffe wasserlöslich sein. Hier liegt auch ihr Nachteil: Weil der Regen die Stoffe auswäscht, lässt der Fassadenschutz schnell nach. Statt an der Fassade entfalten die Biozide ihre tödliche Wirkung an Orten, wo sie das nicht sollten.


Gefahr für die Gewässer

Versickert das biozidhaltige Regenwasser, verunreinigen die Giftstoffe den Boden und das Grundwasser. Gelangt das Regenwasser in die Kläranlage, gefährden die Biozide anschliessend Wasserlebewesen in Bächen, Flüssen und Seen. Nicht nur die Umwelt leidet unter dem Biozideinsatz. Auch für den Menschen bestehen Gefahren. Studien gehen gar dem Verdacht nach, dass Biozide krebserregend sind. Die Risiken sind erheblich, wenn man beachtet, dass jährlich schätzungsweise 10 bis 30 Tonnen Biozide auf Schweizer Fassaden ausgebracht werden.

 

Unterhalt statt Gifte

Der Wunsch nach einer makellosen Fassade rechtfertigt den flächendeckenden Einsatz von Giften keineswegs. Denn es gibt längst umweltfreundliche Alternativen. Bei neuen Gebäuden gilt es, bereits bei der Planung an den Feuchtigkeitsschutz zu denken. Dachvorsprünge wirken seit je her Wunder! Wird eine renovationsbedürftige oder eine frisch gedämmte Fassade beschichtet, sind mineralische Farben und Putze eine gute Wahl. Sie regulieren auf natürliche Weise die Feuchtigkeit und schützen mindestens so wirksam wie Biozide vor Algen- und Pilzbefall.

Nicht nur die Bauphase ist ausschlaggebend, sondern auch die spätere Pflege der Fassade. Wichtig ist, die Fassade regelmässig mit Bürste oder Hochdruckreiniger zu reinigen sowie Pflanzen in Fassadennähe zurückzuschneiden. Hauseigentümer, Architekten, Forschung, Industrie können alle einen Beitrag zur Vermeidung von Bioziden leisten. Die Verantwortung ist gross, denn ein einziges Haus kann ein kleines Gewässer bereits erheblich verunreinigen …
 

Tipps (Kasten)

So können Sie vorgehen, wenn Ihre Fassade einen Befall aufweist:

  • Prüfen Sie, ob es bauliche Mängel gibt (beispielsweise Schäden an Dachrinnen) und beheben Sie diese.

  • Prüfen Sie, ob Pflanzen zu nahe an der Fassade wachsen und schneiden Sie diese zurück. Fachmännische Fassadenbegrünungen hingegen können eine Fassade vor Feuchtigkeit schützen.

  • Prüfen Sie, ob die Fassade zu stark beschattet ist und sorgen Sie wenn möglich für mehr Licht.

  • Reinigen Sie die befallenen Stellen.

  • Lassen Sie bei starkem Befall die Fassade neu beschichten.

Tipps und Merkblätter zum Thema Biozide stellt die Kampagne «Stopp den Giftzwerg» zur Verfügung.

www.giftzwerg.ch

(Zeichen: 3800)